Freitag, 25. Dezember 2009

Hölle

Da ist meine Hölle, ich habe sie eingerichtet und nun verbrennt sie mich. Zur Salzsäule werde ich wenn ich zurückblicke unfähig zuzusehen wie sie brennt und wie alles Tote darin nochmal zu neuem Leben erwacht und mich droht zurückzuziehen. Ich spanne mich auf meine Folter, rausholend Dinge die sich an mir Rächen. Glühend heiß brennen sie sich in meine Hände, in meinen Kopf, mein Herz verteilt mein kochendes Blut. FÜNF PLÄNE SCHMIEDETE ICH UM ZU ENTKOMMEN, AUF EIN MAL BRACHEN ALLE PLÄNE. Nichts mehr von mir will zurück in die Wärme meiner Hölle, ich habe sie eingerichtet, sie ist doch nicht mein und alles was da ist zwischen den Menschen brennt und feuert unnachlässig an alle Wiedergänger aus der Vergangenheit.
Zu Anfang war der Stein noch rauer, mit jedem Rollen wurde er glatter. Nun rollt er leichter hoch und wieder runter, es ist gefährlicher den Moment des Zurückrollens zu verpassen. Was hält mich eigentlich davon ab, den Moment des Zurückrollens zu verpassen. Ist das Nichts wirklich schlimmer als die Hölle? MEINE FOLTER IST MEIN LEBEN, ICH HABE DOCH NICHTS ANDERES.

Freitag, 27. November 2009

Der verlust aller würde ist der anfang

Der verlust aller würde ist der anfang. Spielen wir in der theorie und gewinnen wird der nicht mitspielt. Und frei sind die verlierer nicht mehr zu spielen auch. Ohne würde ist alles vorbei was kommt. Nur die würde ist der hoffnung tot. Würde hoffnung nur sein wäre dann was wäre wenn. Ist aber verloren ist da anfang. Mit wechsel der perspektive ende. Ich füge enden und anfänge zusammen zu knäulen ohne übergang. Ich hoffe meine schleifen heissen nicht moebius. Und wenn schon was ist da zu verlieren. Orientierung ist was für würde. Sein ist einfacher zu spielen. No limits attached. Witze werden nur lustig wenn man sie ernst nimmt. Ich schleife also allen ernst raus damit ich wieder lachen kann. Das ist aber falsch ich muss ernst nehmen was da ist und nicht mitspielen. Spielst du noch oder lebst du schon das spiel. Theorethisch ist das alles zu erfassen. Ich spiele nicht mit also bin ich. Würde ist was für spieler. Sie denken noch ich spiele nur. Hoffnung sind die früchte des glaubens. Losing my religon with my faith no more. Kann man mit würde zurücktretten oder tritt man zurück aus würde. Und welche schuhe trägt man. Aus mangel an beweisen lüge ich erstmal bis der beweis meine lüge bestätigt. Geht nur ohne würde und was wäre wenn. Das ende ist der verlust aller würde.

Dienstag, 3. November 2009

Inventur:

Dinge die da übrig sind:
Einige Bücher, einige alte Zeitungen. Möbel, also ein Bett, eine Couch, Regale. Der Teppich und die Küche waren schon vorher da. Auch ich war schon vorher da. Ein Ring mit Gravur, innen. Eine Pflanze, ich habe sie gerade gegossen. Brot, kaufe ich immer nach. Schuhe im Schrank, ein Paar fehlt. Ein Zimmer über dem ein seltsames Tabu hängt. Das Geräusch des Ventilators im Bad. Einige Bilder auf meiner Festplatte, die ich löschen möchte zur Strafe. Etwas Luft, es reicht zum überleben.

Was möchte ich bestrafen? Alle Erwartungen, die nicht eintrafen. Sie waren wohl überflüssig. Und überflüssiges läuft über und vergeht bis nur noch der Kern übrig bleibt ausgekocht aus allem was da zusammen war. Was also mit dem Kern? Spalten um zu sehen was der Kern des Kerns ist bis nichts mehr übrig ist außer Theorie? Wegwerfen weil er ohne was darum nun auch zu viel ist. Einpflanzen um überrascht festzustellen das man keine Ahnung hat, was dabei rauskommen wird. Oder den profansten Trick aller Zeit vollführen und behaupten, dass es gar keinen Kern gibt, womit dann bewiesen wäre, dass es ihn wirklich nicht gibt.

Ich glaube, noch tue ich nichts, außer der Inventur über alles was übrig ist.

Sonntag, 1. November 2009

Horchen

Gehorcht nicht mehr
er mein Körper
meine letzte Verbindung
zur Welt
Spinnen kontrollieren alle
meine Gänge
meiner Gedanken
ich wurde vergangen
Wenn sie reißen würden
die Weben
die verbinden unverbindlich
halten nur mein zittern
erinnert mich daran
das ich nicht
nur mehr
nichts
fühle

Dienstag, 27. Oktober 2009

Mahlen

Meine Gedanken sind nicht gelandet
heute Nacht
schweben noch dort irgendwo
Die Wahl gewählt um nicht zu verpassen
wird immer passen die nicht gewählte
Aufzugeben bis zu Letzt
heisst Aufgeben auch den Grund
Freiheit ist immer Selbstnutz
Ist Selbtnutz immer Freiheit
Warum verachte ich mich immer mehr
für alles was ich noch denke
Wann langweile ich mich endlich
selbst genug um nicht mehr zu Fragen
nach meinem Leben
Was rettet mich noch vor mir selbst?

Montag, 12. Oktober 2009

Ich rolle den siebten Stein hinauf

habe ich den siebenten Stein
geworfen der da traf
war ich nur ruhmlos dabei
WER HAT DA GEWORFEN? WER WAR DA OHNE SCHULD?
ich glaube
ich war nicht der treffer
die zeit hat getroffen
SO WIE SIE ALLE TRIFFT BIS
GLEICH SIND ALLE
UND EINS UN' EINS
tot ist mein letzter glaube
gesteinigt mit harten zweifeln
warum glaube ich mir nie
bleibt noch glaubes abglanz hoffnung
die billige
die neckig
und hart
mir zulügt bis ich treffe
zu meiner zeit
mit steinautoherzstillstand
unzweifelfaft endlich
mein rest in p.
schuld die
gleichen andere

Montag, 7. September 2009

Bodenlos

Ich gab meine Liebe
der Leichtigkeit
wieso bin
ich schwer
also nun
wenn sie wegfliegt
fort und her
und nicht zu-
nicht zu er-
greifen.

Schwer bin ich vom ver-
Stehen und nicht
wissen
was ich wusste.

Montag, 17. August 2009

Ich lief bis ans Ende der Welt

Ich lief bis ans Ende der Welt. Und dort entdeckte ich zu meinem Erstaunen: etwas, ich wusste es bereits, nämlich das sie dort nicht endet, sondern sich weiter krümmt und nur menschliches Ermessen gesetzt hat einen Punkt ins Nichts. Gegen alle Widrigkeiten, gegen alle Unwägbarkeiten, gegen die Zeit, gegen alle Naturgewalt und gegen mich selbst, lief ich gegen diesen Punkt um zu finden, dass auch dieser nicht mehr jungfräulich war. Jetzt bleibt mir nur noch zu warten auf den Tod, der mich seitdem besucht hat schon zwei mal und zwei mal und verfehlt hat, genommen hat meine Kameraden, auf das er mich besucht das letzte mal und nicht mehr verfehlt. Auch die Zeit die mir bleibt verbringe ich nicht untätig: Es bleibt mir den letzten Kampf zu beginnen, jenen um mein Gedenken. Dieses Gedenken zumindest soll meine Leiche heben wo niemand sie mehr kann runter holen, damit sie verfault vor allen Augen, bis keine Augen mehr sind und auch kein Gedenken mehr.
So muss ich nun hier feststellen, hier im unendlichen Weiß, unter menschenfeindlichen Umständen, im Wissen meiner Erfrierungen und der noch zu kommenden Qualen des Lebensendes, dass ich dem sicheren Tod stolz entgegentrete, so wie auch alle mir Untergebenen, ihrer Pflicht gemäß, mir überall hin gefolgt waren, bis auf das Letzte, bei dem sie mir vorausgingen. Um so höher ist nun meine Pflicht sie unvergessen zu machen, damit sie auf ewig bezeugen können, meine Tragödie. Denn nur die Toten können so ein Zeugnis abgeben. Ein Zeugnis, das keinen Widerspruch duldet, weil jeder Widerspruch ein feiger Frevel an denen wäre die sich nicht mehr wehren können. Und sollte doch jemand erheben einen Einspruch, so werden da sein viele Verteidiger derer, die sich nicht mehr Verteidigen können, denn so wie du tust den Toten, so soll auch dir getan werden, auf ewig. Das ist die Macht der Toten über die da leben.
Ich habe aufgewandt: nichts da gewesenes um zu erreichen etwas nicht da gewesenes, zu bringen die größte Flagge unserer Zeit zum südlichen Pol, zum letzten unbekannten Ende unserer Erde. So wie andere vor mir brachten Flaggen ans Ende der Welt um zu entdecken, dass Flaggen größer werden, indem man sie bringt an nicht bekannte Orte.
Ein Schiff, die Terra Nova, drei moderne Motorschlitten, sibirische Ponys, wissenschaftliches Gerät, sogar Hunde … doch all dies konnte nicht verhindern, dass die Naturgewalten entschieden den Norweger, einem Hundetreiber, vor zu lassen seine Flagge zuerst zu tragen an die südliche Mitte der Erde. Noch bevor ich loszog war mein Schicksal besiegelt, obwohl ich dies erst jetzt weiß. Aber selbst mit diesem Wissen, möchte ich behaupten, dass ich nichts anders gemacht hätte und somit nichts zu bereuen habe. Denn nur so kann ich werden ein Exempel für alle, die da wollen Größer machen ihre Flaggen und ihren Namen. Zweifel sind Eisschollen durch die Motorschlitten und andere große Dinge brechen, versinken und vergessen werden.
Jeden meiner Schritte durch Schnee und Eis habe ich im Wissen um die Möglichkeit meines Todes gemacht und so ging es jedem der mit mir ging. Doch da Unvergesslichkeit mein eigentliches Ziel war, musste mein Tod eine Etappe werden auf dem Weg dorthin. Denn der Weg in die Unvergesslichkeit ist vielmals ein einmaliger Weg und der Weg über den Südpol war schon beschritten worden von Amundsen, dem Hundetreiber, also musste ich einen anderen Weg finden.
So tilge ich also fort jeden Zweifel an Gottes Unschuld an meinem Schicksal, denn er hat nicht gesandt seine Heerscharen um mich zu tragen die letzten Meilen bis zu meiner Rettung. Somit erfülle ich nun mein tragisches Ende,

Robert Falcon Scott

Mittwoch, 5. August 2009

alle menschen verlieren sachen

Auf einer postkarte, die im klo hängt steht: "alle menschen verlieren sachen". Auf dem klo sitzend dachte ich, dass es dabei wohl nicht um etwas nahe liegendes geht. Das wäre nur scheiße.
Geht es also darum, dass wir eben nicht alle materiellen güter mit uns herumschleppen können? Für diese ansicht gibt es ein krankheitsbild und eine lebenseinstellung: messie und askese.
Oder geht es darum zu lernen, wie das verlieren geht? Seit einiger zeit verstehe ich auch, dass verlieren sehr wohl sehr befriedigend sein kann.
Bleibt noch die einsicht, dass man gedanken, erinnerungen, ziele, wünsche verliert. Dieser vorgang ist der fortwärende vorbote des todes, des absoluten vergessens und verlierens. Die ironie dabei ist, dass ein leben möglich und glücklich ist, sobald man diese tatsache aus den augen und dem kopf verliert, was auch allen menschen mal passiert.

Dienstag, 28. Juli 2009

Bahnsteige

Bahnsteige
sind nicht da
zu warten
wenn da nichts kommt
einseitige versprechen
selbstgespräche
wartend auf einen
zug vergessen dass
überzeugung selbst nötig ist
nicht zu laufen
vor guter
gewohnheit
an sich selbst
ans warten
an gute dinge
Denn in einem
spiel der letzten
figuren
kann man sich nur
zwingen lassen ins
matt warten auf
den letzten zug
der nur quält
wartend

Freitag, 24. Juli 2009

Bleibend

Die Welt und dieses Leben gehören mir nicht
Selbst mein Ende ob fern ist's gleich mit allen anderen
und so nicht meins
Was mir noch bliebe Meine Gedanken
gebaute Gebilde aus fremden Gedankenbrüchen
Bleiben noch Substrat Ausfall Rest
Schmerz Liebe
Die eines ergeben zum Schluss Das
muss ich loslassen
um es zu haben

Freitag, 10. Juli 2009

Cocon

Ich spinnend
meinen Kokon
oder andere Dinge
aus meinem Kopf,
langsam härtend
mein weiches
Aussen.
Püppchen ich
mit Maskengesicht
schrecke ab:
-Feind
-Freund
und schmecke
bitter mir.
Ich metaphorisch
Schmetterling zum
schaun und essen,
Kakerlake überlebend
bis zuletzt
oder
was weiß ich
werdend.

Sonntag, 28. Juni 2009

Max Frisch

Max, warum wanderst du durch
meine Trümmer
du Lügner, der da Recht behält
am Ende.
Ich Gantenbein, der sehende
Blinde. - Nichts hilft.
Bei Homer geklaut: Beklaut
Kriege ich meinem Versäumnis
hinterher.
Max, plane meine Mauern
wieder neu, die ein-
gestürzten, die ich nie wollte
und die ich selbst bestückte
mit einem Pferd aus Holz.
Meine eigne, späte List
führt mich wieder aufs Meer
nur um wieder zu betrügen
andere und,
Max, auch mich.